Wie badet man ein Baby richtig?

Das erste Baby Bad: Wie badet man ein Baby richtig? Anleitung
Wie badet man ein Baby richtig?

Wie badet man ein Baby richtig? Wahrscheinlich haben sich alle Eltern diese Frage vor dem ersten Baby Bad gestellt. Wie bei allen Sachen, die du mit deinem Baby zusammen zum aller ersten Mal machst, freust du dich natürlich riesig auf diesen Moment.

Mit dieser Schritt-für-Schritt Anleitung geht auch alles ganz einfach von der Hand. Alles zur Vorbereitung, der richtigen Technik beim Halten des Babys, dem eigentlichen Waschen und der Babypflege nach dem Bad gibt es hier. Egal ob du dir vor deiner Hebamme keine Blöße geben willst oder ob du auch ganz alleine zu Werke gehst…

Ein paar Sachen vorab…

Bevor wir zu der Schritt-für-Schritt-Anleitung kommen, noch kurz zwei Anmerkungen:

Ab wann du dein Baby baden kannst

In der Regel kannst du dein Baby nach dem ersten Monat bedenkenlos baden. Warum du solange warten solltest und was gegen ein früheres Bad spricht, wird im Artikel Ab wann Baby baden erklärt.

Wo du dein Baby baden solltest

Offensichtlich ist das Badezimmer der beste Ort, du badest schließlich auch nicht im Wohnzimmer. Eine Babybadewanne, die du einfach in die normale Bade- oder Duschwanne stellst, ist die einfachste und günstigste Lösung. Aber Ständer für Babybadewannen, Aufsätze für die Elternbadewanne oder auch Wickel-Bade-Kombinationen bringen die Babybadewanne auf eine rückenschonende Höhe.

Für was du dich auch entschieden hast, solange du dein Baby in einer Babybadewanne badest, kannst du dieser Schritt-für-Schritt Anleitung bedenkenlos folgen.

Anleitung: Wie badet man ein Baby richtig?

Wie badet man ein Baby richtig? Die Vorbereitungen

Du wirst dich vielleicht wundern, aber ein Baby Bad will gut vorbereitet sein. Gerade am Anfang geht einige Zeit nur für die Vorbereitung drauf, die du auch unbedingt mit einplanen solltest.

Schritt 1: Raumtemperatur im Badezimmer

Dein Baby mag es kuschelig und warm. Schließ die Badezimmertür und stell die Heizung an, damit es deinem Baby auch außerhalb des Wassers vor und nach dem Bad nicht kalt wird. Das gilt besonders für die Wintermonate, da sich dein nasser Zwerg sonst schnell verkühlt. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 23 Grad Celsius.

Schritt 2: Klamotten zusammensuchen

Du kannst dein Baby in der Wanne nicht alleine lassen und zwischendurch nicht einfach raus laufen, weil du die Hälfte vergessen hast. Während das Badezimmer aufgeheizt wird, hast du genug Zeit alles notwendige zusammen zu suchen. Dazu gehören auf jeden Fall natürlich die Babybadewanne und falls vorhanden, der Baby Badesitz. Sonst gibt es auch Alternativen zur Babywanne, falls du keine nutzen möchtest.

Neben dem Offensichtlichen brauchst du zusätzlich ein Badethermometer, einen Waschlappen, Spielzeug und evtl. einen Nuckel (falls dein Baby das Bad nicht mögen sollte). Denk auch an alles, was du nach dem Baby Bad brauchst: Handtücher, Pflegeprodukte wie Babyöl, eine neue Windel und natürlich neue Klamotten.

Schritt 3: Badewasser einlassen

Erst nachdem du alles Sachen zusammengesucht hast, solltest du das das Badewasser einfüllen. Die Wanne muss gerade am Anfang nicht randvoll werden. Gute Babybadewannen haben eine Markierung für die ideale Wassermenge. Lass das Wasser in der Temperatur ein, die sich für dich angenehm anfühlt und schmeiß das Badethermometer einfach mit in die Wanne. Die optimale Badetemperatur beträgt 37 Grad Celsius. Allerdings brauchst du auch noch ein bisschen Zeit, um dein Baby zu entkleiden. Damit sich die Wassertemperatur nicht schon vor dem Bad unter die optimale Temperatur abkühlt, solltest du ruhig etwas wärmeres Wasser einlassen.

Schritt 4: Badezusätze

Bei den Badezusätzen scheiden sich die Geister. Die einen lehnen jegliche Form von Badezusätzen kategorisch ab und baden ihr Baby gerade anfangs nur mit Wasser. Andere schwören auf die rückfettende Wirkung von ein paar Tropfen Öl als Zugabe im Badewasser und der Rest steht zumindest seifenfreien Badeprodukten oder sogar auch Seifen aufgeschlossen gegenüber.

Doch für das erste Bad musst du dich wirklich nicht mit der chemischen Zusammensetzung der Baby Badeprodukte beschäftigen. Wenn du die Seifen am Anfang einfach weg lässt, musst du dir um pH-Wert, alkalisch und sauer keine Gedanken machen. Außerdem kann dann deinem Baby auch nichts in den Augen brennen. Tatsächlich ist ein Bad nur mit Wasser für so einen kleinen Zwerg ausreichend, aber auch ein paar Tropfen Babyöl oder seifenfreie Produkte schaden nicht. Benutze aber keine schäumenden Produkte oder etherische Öle.

Schritt 5: Ablenkungen abstellen

Letzte Chance. Während dem Baby Bad braucht der kleine Nichtschwimmer deine volle Aufmerksamkeit. Du kannst zwischendurch auch nicht rausrennen, weil du den Ofen vergessen hast, der Paketbote an der Tür steht oder das Telefon klingelt.

Eliminiere also einfach vorher alle Ablenkungen, um Unfälle zu vermeiden. Mach dein Handy und den Ofen aus, sieh nach dem Bügeleisen und klebe einen Zettel an die Tür. So ist das Baby Bad auch für dich viel entspannter. Die Zeit gehört euch beiden zusammen und nichts und niemand sollte euch stören.

Schritt 6: Baby vorbereiten

Endlich ist es Zeit, dein Baby zu entkleiden. Am besten machst du das auch im aufgeheizten Badezimmer, damit ihm nicht unterwegs schon kalt wird. Klamotten und Pampers ausziehen, notfalls nochmal grob vorreinigen. 😉

Dein Baby wird mittlerweile schon mitbekommen haben, dass irgendetwas vor sich geht. Wenn es sich ängstigt, beruhige es durch Blickkontakt und gutes Zureden. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich dein Baby klamm heimlich sogar auf das Bad freut. Schließlich ist es ja in seinem Element, das es aus der Fruchtblase bestens kennt.

Schritt 7: Wassertemperatur überprüfen

Überprüfe auf jeden Fall mit dem Badethermometer noch einmal die Wassertemperatur, bevor du dein Baby ins Wasser gleiten lässt. So kannst du bei Bedarf einfach noch etwas warmes oder kaltes Wasser beimischen.

Wie badet man ein Baby richtig? Das Baby in die Babybadewanne setzen

Hurra! Endlich kann das eigentliche Bad beginnen.

Schritt 8: Das Baby richtig halten

Jetzt wird es endlich Zeit dein Baby ins Wasser zu bekommen. Denk daran: Dein Baby kann nicht schwimmen und ist auf dich angewiesen. Du musst es also durch Überwasser-Halten des Kopfes vor dem Ertrinken bewahren. Mit der richtigen Technik ist das allerdings ganz einfach. Übe es einfach kurz im Trockenen und nutze die Technik dann schon zum rein Heben deines Zwerges.

Wenn du Rechtshänder bist, solltest du dein Baby mit der linken Hand halten, damit du die rechte Hand zum Waschen frei hast. Du greifst mit der Linken einfach hinter dem Kopf deines Babys durch und fasst seinen linken Arm so weit oben wie möglich. Deine Finger sollten den Arm komplett umschließen und sich berühren, sodass dein Zwerg dir nicht entgleiten kann. Dein linker Unterarm stützt dann fast automatisch den Kopf und die rechte Schulter des Babys. Linkshänder verfahren entsprechend umgekehrt und greifen mit der rechten Hand den rechten Baby Arm.

Schritt 9: Das Baby ins Wasser setzen

Die freie Hand verwendest du beim Reinsetzen um dein Baby in den Kniekehlen hoch zu heben. Setze dein Baby mit den Füßen voran ins Wasser und lasse es immer weiter eintauchen, bis es schließlich mit dem Popo auf dem Boden „sitz“. Es sitzt natürlich nicht richtig und du musst es weiterhin mit Hilfe der gerade beschriebenen Technik über Wasser halten.

Das Badewasser sollte keinesfalls höher als unter den Achseln stehen, um keine unnötige Gefahrensituation zu schaffen. Etwas sicherer und komfortabler ist es, wenn du einen Baby Badewannensitz in der Babybadewanne verwendest. Den kannst du anfangs noch mit einem Handtuch auskleiden, um deinem Baby noch besseren Halt zu geben. Besonders nachher beim Waschen macht es die Sache für dich einfacher.

Schritt 10: Das freudige Planschen

Der erste Kontakt mit dem Wasser bereitet den meisten Babys viel Freude. Wenn dein Zwerg grinsend los planscht, gibt es keinen Grund ihn nicht ein wenig zu lassen. Auch das erste Bad muss nicht nach 3 Minuten beendet werden. Es gibt die coolsten Spielzeuge für die Badewanne und neben dem Baby macht es auch Mama und Papa Spaß.

Einige Babys fangen jedoch an zu weinen. Sie ängstigen sich einfach. Selbst wenn dein Baby zu dieser Fraktion gehört, solltest du dir keine Sorgen machen, es wird sich früher oder später an die neue Prozedur gewöhnen. Versuch es mit einem Nuckel oder anderem bekannten Objekt zu bestechen. Notfalls überspringst du das Spielen und gehst direkt zum Waschen über.

Wie badet man ein Baby richtig? Das Baby waschen

Es ist egal, ob sich dein Baby in dem Element Wasser wohl fühlt und freudig planscht oder ob es sich eher ängstigt und vielleicht auch schreit. Du hast eine Mission und irgendwann gilt es, auch zur Tat zu schreiten und dein Baby zu waschen. Und das ist gar nicht so einfach, wenn du nur eine Hand frei hast.

Schritt 11: Haare, Gesicht, Hals…

In jedem Fall fängst du oben beim Kopf an. Es wird von oben nach unten gewaschen. Wenn dein Baby schon Haare hat, solltest du sie nicht aussparen. Gieß vorsichtig mit einem Becher etwas Badewasser von der Stirn in Richtung Hinterkopf. Pass auf, dass du deinem Baby nicht direkt alles ins Gesicht schüttest.

Weiter geht es mit dem Gesicht. Am besten benutzt du den feuchten Waschlappen und tupfst nur vorsichtig Stirn, Wangen, Nase und Mund ab. Vergiss nicht die Ohren. Besonders hinter den Ohren sammelt sich Milch und Speichel, der deinem Zwerg aus dem Mund läuft, wenn er auf der Seite liegt.

Schritt 12: … Hals und Oberkörper…

Der Hals mit seinen vielen kleinen Fältchen kommt als nächstes. Es reicht hier nicht, nur oberflächlich mit dem Waschlappen drüber zu fahren. Du musst die kleinen Hautfalten mit den Fingern der anderen Hand etwas auseinanderziehen, um alle Essensreste auszuwaschen.

Nach dem Hals wäscht du einfach weiter über die Schulter, die Arme bis zu den kleinen Patschefoten. Zwischen den Fingern nicht vergessen. Und denk auch an die kleinen Achselhöhlen. Zum einen sammeln sich hier immer Fusseln vom Body, zum anderen kann auch ein Baby schwitzen und müffeln. Dann kommen Brust und Bauch an die Reihe.

Schritt 13: … Unterleib und Rücken…

Es geht weiter zu den Genitalien und den Leisten. Denke bei einem Jungen wie beim Windeln wechseln auch daran, unter den Pipimann zu gucken. Erst nach den Genitalien kommen Popo und zum Schluss die Beine und Füße an die Reihe. Hier auch wieder zwischen den Zehen waschen.

Um den Rücken zu waschen, musst du deinen Zwerg auf den Bauch drehen. Am besten du übergibst ihn von der haltenden Hand in die freie Hand sodass er dann mit der Brust auf dem anderen Unterarm liegt. Keine Angst, so schwierig wie es sich anhört ist es nicht. Falls du einen Badesitz hast, ist es etwas einfacher. Du hebst einfach die Schultern etwas weiter an, sodass dein Baby jetzt quasi wirklich im Badesitz sitzt.

Schritt 14: Abspülen

Am Ende solltest du dein Baby natürlich abspülen, besonders wenn du Bade- oder Pflegeprodukte verwendet hast. Bei einer guten Babybadewanne ziehst du jetzt einfach den Stöpsel und lässt zunächst das Badewasser ab. Erst dann macht es Sinn, mit dem Becher langsam Wasser über den Zwockel zu schütten. Hast du keinen Stöpsel, musst du dein Baby halb herausheben und gleichzeitig abspülen.

Wie badet man ein Baby richtig? Babypflege nach dem Bad

Schritt 15: Abtrocknen und Einölen

Zum Abtrocknen verwendest du am besten ein Handtuch mit Kapuze speziell für Babys. Die Kapuze klemmst du dir dann bevor du dein Baby aus der Wanne hebst einfach unter dein Kinn. Dein Baby nimmst du nun mit dem Rücken zu dir auf den Bauch und setzt ihm die Kapuze auf. Dreh es um und dein Baby sieht aus, als ob es ein Cape trägt. Mit den verbliebenen drei Handtuchzipfeln einwickeln und vorsichtig trocken tupfen. Vorsicht bei der Fontanelle.

Danach steht das Einölen oder -cremen auf dem Programm. Zwar ist die Wirkung der Rückfettung umstritten, aber schaden tut es jedenfalls nicht. Am besten du verwendest einfaches Mandelöl oder ein spezielles Babyprodukt. Außer den Kopf solltest du den ganzen Körper behandeln. Im Gesicht reicht einfache Gesichtscreme oder z.B. Vaseline.

Schritt 16: Anziehen, Haare föhnen und diverses

Zieh deinem Baby danach schnell wieder die Windel und die Klamotten an, bevor es kalt wird. Reinige kurz die Ohren mit den speziellen Baby-Watte-Stäbchen und föhne ihm anschließend auch die Haare trocken. Tada! Hier „steht“ dein wohlduftender, glänzender Zwerg mit seiner neuen Frisur in frisch gewaschenen Klamotten vor dir. So sauber war dein Baby wohl noch nie. 😉 So, jetzt kannst du dich ans Aufräumen machen und auch dein Handy wieder einschalten.

Wie badet man ein Baby richtig? Wichtig beim Baden von Babys

Da du jetzt die Antwort auf die Frage wie badet man ein Baby richtig kennst, kannst du dich beruhigt zurücklehnen und dem ersten Bad entspannt und mit Vorfreude entgegensehen. Dennoch ein weiterer Hinweis: Es sollte so selbstverständlich sein, dass man es eigentlich gar nicht extra sagen muss. Trotzdem darf der Hinweis nicht fehlen. Lasse dein Baby niemals, auch nicht für eine Minute alleine in der Babybadewanne!!! Lies auch den Artikel Gefahren beim Baby baden vermeiden.