Ab wann Baby baden gefahrlos möglich ist

Dein Baby hat noch nie gebadet und du fragst dich, ab wann Baby baden gefahrlos möglich ist? Auf der einen Seite rät dir deine Hebamme, mit dem Babybad noch zu warten, auf der anderen Seite müffelt der Zwerg.

Während Säuglinge früher direkt nach der Entbindung von Papa oder der Hebamme gebadet wurden, haben die meisten „babyfreundlichen“ Krankenhäuser heute davon Abstand genommen. Sehr häufig werden Babys die ersten Wochen sogar überhaupt nicht mehr gebadet. Warum das so ist und ab wann Baby baden in Ordnung ist, erfährst du hier.

Warum werden Babys nicht direkt nach der Geburt gebadet?

Dafür gibt es drei Gründe, die man in unterschiedlicher Konstellation immer hört:

1. Grund: Das Bonding

Fast alle Krankenhäuser, die heute Entbindungen anbieten, bemühen sich um das Zertifikat „babyfreundlich“. Dieses Zertifikat wird gemäß den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation und dem Kinderhilfswerk UNICEF in Deutschland von der ClarCert vergeben.

Um dieses Zertifikat zu erhalten müssen Krankenhäuser die zehn B.E.St.-Kriterien erfüllen. B.E.St. steht dabei für Bindung, Entwicklung und Stillen. Das 4. zu prüfende Kriterium ist das sogenannte Bonding. Die Förderung des ununterbrochenen Hautkontakts zwischen Mutter und Baby unmittelbar ab Geburt.

Das Bonding soll dem Baby nach der anstrengenden Geburt das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Zusammengehörigkeit vermitteln. Oft entfällt das früher übliche Bad von Papa oder der Hebamme daher heute aus diesem Grund.

2. Grund: Die Käseschmiere

Bei der sogenannten Käseschmiere bzw. Fruchtschmiere (Vernix caseosa) handelt es sich um ein vom Fötus ab der 17. Schwangerschaftswoche gebildetes Sekret. Es besteht hauptsächlich aus Wasser und Talg (Lipiden) und schützt den Fötus im Mutterleib vor dem Fruchtwasser und dem Vorstuhl.

Bei Neugeborenen kann die Käseschmiere in Form eines weißlich-gelblichen Films noch die Haut überziehen. Sie schützt jetzt die empfindliche Babyhaut vor Bakterien und verhindert gleichzeitig das Auskühlen, bis die Haut ihre natürliche Barrierefunktion selbstständig übernehmen kann.

Es empfiehlt sich mit dem ersten Bad solange zu warten, bis die Käseschmiere komplett eingezogen ist. Auch deshalb werden Babys heute nicht mehr wie früher üblich direkt nach der Entbindung gebadet. In der Regel zieht die Käseschmiere jedoch innerhalb weniger Tage nach der Geburt komplett ein.

3. Grund: Nabelschnur und Bauchnabel

Da es früher gängige Praxis war, das Neugeborene direkt nach der Entbindung zu baden, kann ein Bad mit dem Rest der Nabelschnur oder einem noch unverheilten Bauchnabel so gefährlich nicht sein.

Tatsächlich wird heute aber mit dem ersten Bad gewartet, bis die Nabelschnur abgefallen und der Nabel verheilt ist. Begründet wird das mit dem erhöhten Infektionsrisiko, denn Bakterien fühlen sich in feuchter Umgebung am wohlsten. Deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass du den Bauchnabel deines Babys trocken und sauber hältst. Dann spricht eigentlich auch nichts gegen ein früheres Baby Bad.

In der Regel trocknet der Rest der Nabelschnur langsam zwischen dem 5. und dem 15. Lebenstag ab und verfärbt sich zunehmend schwarz, bis sie schließlich von alleine abfällt. Das heilen der verbleibenden Wunde benötigt noch einmal ein bis zwei Wochen und wird durch regelmäßiges Pudern unterstützt.

Ab wann Baby baden in Ordnung ist

Ab wann Baby baden von Hebammen empfohlen wird, kann nicht mit einer konkreten Wochenzahl pauschal beantwortet werden, sondern richtet sich individuell nach deinem Baby.

Spätestens nachdem der Rest der vertrockneten Nabelschnur abgefallen und der hinterlassene Nabel verheilt ist, kannst du dein Baby bedenkenlos baden. In der Regel ist dies nach einem Monat der Fall.

Wenn du dein Baby eher baden willst, weil es zu stark riecht oder einfach dreckig ist, warte auf jeden Fall bis die Käseschmiere eingezogen ist.